Discount-Tarife: Gefahren für Handy-Kids |
Die Taschengeld-FalleSeit die Discounter immer günstigere Handy-Tarife anbieten, glauben viele Eltern, das Thema Handy und Schulden hätte sich für ihre Kinder erledigt. Weit gefehlt: Wer nicht aufpasst, geht auch in der Discount-Welle unter!
Die SMS-Falle
Der Austausch per Kurznachricht (SMS = Short Message Service) ist für die Handy-Kids inzwischen mindestens so wichtig wie das direkte Gespräch. Einige Billiganbieter haben deshalb besonders die jugendliche Zielgruppe im Visier. Aber Vorsicht: Was sich die Tarifdrücker bei den SMS-Gebühren versagen, holen sie sich bei den Gesprächen wieder rein. So zielen Anbieter wie etwa Viva mit ihren Tarifen direkt auf die Handy-Kids und verlangen nur 9 Cent pro SMS statt der bei den großen Mobilfunkbetreibern üblichen 19 Cent. Doch die Großzügigkeit hat ihren Preis. Im Gegenzug kassieren die Nachrichten-Discounter nämlich 25 Cent pro Gesprächsminute. Und spätestens da sollten Sie ins Grübeln kommen. Denn bei Billigkonkurrenten wie Simyo kostet nicht nur der SMS-Versand, sondern auch die Gesprächsminute in alle Netze nur 9,9 Cent.
Die Verlust-Falle
Tatort Schulhof: Mal wird das Handy geklaut, mal einfach nur verloren - und dann ist auch noch die Discount-Karte weg. Da helfen nur die Kartensperrung und der Antrag auf Ersatz. Das kann teuer werden. Denn einige Discounter lassen sich diese Sevices fürstlich honorieren. So verlangt etwa Simply allein für die Kartensprerrung mehr als 18 Euro, die Ersatzkarte schlägt noch einmal mit rund 20 Euro zu Buche.
Die Takt-Falle
Ein akzeptabler Discount-Tarif wird im 60/1-Takt abgerechnet. Das bedeutet, die erste Minute wird unabhängig von der Verbindungsdauer stets voll berechnet (danach sekundengenau). Doch einige Billiganbieter takten dagegen immer mit 60 Sekunden, so dass für jede angefangene Gesprächsminute der volle Minutenpreis anfällt.
Die Mailbox-Falle
Ein Vorteil vieler Discount-Angebote sind die kostenlosen Anrufe zur eigenen Mailbox (Handy-Anrufbeantworter). Doch so viel Großzügkeit ist längst nicht selbstverständlich. Kunden anderer Blliganbieter - etwa von Klarmobil - zahlen für die Abfrage des Anrufbeantworters den regulären Minutenpreis.
Die Internet-Falle
Wer im mobilen Internet surft oder wie die meisten Handy-Kids auf den Download von Klingeltönen und Handy-Games steht, nutzt dafür meist die Handy-Datendienste WAP und GPRS. Das geht auch mit den Discount-Karten - allerdings meist zu den voreingestellten GPRS-by-Call-Tarifen. Und die sind teuer: Pro 10 KB verlangt etwa Simply immerhin 19 Cent plus den gleichen Betrag als Tagesnutzungspreis.
Die Hotline-Falle
Bei Problemen leisten die Discounter Hilfe meist nur im Internet, per Mail oder über einen Anruf bei der kostenpflichtigen Hotline. Während für so einen Anruf etwa bei Simyo bereits stolze 0,49 Euro pro Monat fällig werden, legt zum Beispiel Simply sogar einen drauf: Dort kostet ein telefonischer Hilferuf sogar bis zu 1,24 Euro pro Minute.
Die Nachtank-Falle
Auch wer sein Prepaid-Guthaben statt im Netz über den Telefon-Service nachlädt, muss mit einem satten Gebührenaufschlag rechnen. Simyo etwa will dafür 5 Euro je Aufladung mit Kreditkarte.
Fazit:
Ob Discount- oder Normaltarif: Handy-Fun muss sein - doch beim Geld hört der Spaß auf. Machen Sie daher Ihren Nachwuchs unbedingt auf die finanziellen Gefahren beim Handy-Einsatz aufmerksam - etwa bei Dauergesprächen, der Nutzung des mobilen Internets oder dem Download von Klingeltönen, Bildern oder Spielen. (Carl Schneider)
|
Die beliebtesten Handy-Kids Artikel
Neueste Kommentare
- Welches Kind will heute noch M - Welches...
- Tipp 10: - elegentlich wird empfohlen, d...
- Super Beitrag - endlich mal ein tolle be...

